Bauanleitung einer Aluminium - Voliere:
 

wenn sie ihre Vögel vernünftig und dauerhaft halten wollen kommen sie an einer Voliere nicht herum. Das Selberbauen ist eigentlich gar nicht so schwer oder teuer. Die Voliere ist aus Elementen zusammengeschraubt und deshalb jederzeit um- und ausbaubar. Auch komplizierte und ausgefallene Konstruktionen sind mit einem Eigenbau realisierbar.

Folgende Werkzeuge wurden von mir eingesetzt:

Nietzange für verschiedene Nietengrößen - Gibt's für ca. 30,- DM in jedem Baumarkt
Hartgummihammer - auch im Baumarkt
Bohrmaschine - eine einfache tut's auch
Stich- oder Tischkreissäge
Bohrer mit den Durchmessern 2 mm, 4 mm, 5 mm, 8 mm
Senker min. 10 mm Aussendurchmesser
Körner zum markieren der Bohrungen
Feile - zum entgraten der Aluminiumprofile
kleine Feile max 15 mm breit - auch zum entgraten
Hand- oder Maschinensenker - zum entgraten der Löcher
Schmirgelaufsatz für die Bohrmaschine - zum entfernen scharfer Kanten
Winkelschleifer oder Drahtschere - für das Trennen des Gitters
Großer Schraubendreher
 

Diese Materialien werden gebraucht:

Aluminumvierkantrohr 20 x 20 x 1,5 - Menge je nach Grösse der Voliere
Punktverschweißtes, verzinktes Drahtgeflecht - Maschenweite und Stärke je nach Vogelart
Kunststoff - L - Verbinder - Menge ist von der Form der Voliere abhängig
Kunststoff - T - Verbinder - wie bei den L - Verbindern
Kunststoffplatten 2m x 1m 4 - 5 mm stark
Aluminium - Großkopf - Nieten Kopfdurchmesser 14 mm, Länge 8 mm, Bohrdurchmesser 5 mm
Aluminium - Nieten Bohrdurchmesser 4 mm
Scharniere und Riegel
Möbelverbindungsschrauben

Futterdrehtablett:

Aluminiumwinkel mind. 40 x 40 mm
oder Aluminium-U-Profil 60 mm

1. Planung:
Um beim Zusammenbau der Voliere keine bösen Überraschungen zu erleben sollte dieser erste Schritt sehr sorgfältig durchgeführt werden.

1a. Nehmen sie sich einen karierten Block und skizzieren sie ihre Voliere erst mal grob. Wenn sie die Voliere an einen bestimmten Platz stellen wollen messen sie vorher Länge, Breite und Höhe der Stelle und planen Heizkörper, Dachschrägen, Fenster oder ähnliches mit ein.

1b. Teilen sie die Voliere in 1m breite Elemente auf und skizzieren sie diese einzeln.

1c. Bemaßen sie die Teile. Achten sie darauf das Verbindungswinkel die Alurohrlänge an beiden Seiten um 20 mm verkürzen. Wenn sie also ein 100 cm breites Element wollen dürfen die Aluprofile für die Breite nur 96 cm lang sein. ACHTUNG: Das Dachelement muß, wegen der Gitter, ca. 5 mm länger sein als die zusammenmontierten Seitenteile.

1d. Stellen sie eine Teileliste zusammen. Notieren sie sämtliche Teile und Längen die sie benötigen. Die Aluprofile, das Gittergeflecht, die Eckwinkel und die Nieten bestellen sie am besten im Versand, Scharniere, Schrauben und Riegel besorgen sie im Baumarkt. (Adressen von Versandhändlern gibt es auf der Link-Seite)
Die Aluprofile bestellen sie am besten bereits auf Länge gekürzt - das spart ihnen viel Arbeit und Verschnitt.

2. Montage der Aluminiumrahmen

2a. Entgraten sie die Alurohrprofile an der Innen- und Aussenseite sorgfältig und benutzen sie dafür eine kleine und eine große Feile. Nehmen sie ihre Skizze von den Einzelelementen zur Hand und legen sie die benötigten Teile des ersten Elements nach der Zusammengehörigkeit auf den Fußboden aus.

2b. Beginnen sie an der untersten, horizontalen Strebe des Elements und schlagen sie mit dem Gummihammer den ersten Winkel ein. Setzen sie dazu das gegenüber liegende Rohrende auf ein Stück Holz oder ähnlichem, damit es nicht beschädigt wird. (Abbildung 2.1) Achten sie darauf das sie eventuelle Kunststoffspäne vom Winkel vor dem endgültigem Einschlagen entfernen.

Drehen sie das Teil um und schlagen sie den gegenüber liegenden Winkel ein. Achten sie darauf das beide in die selbe Richtung zeigen. (Abbildung 2.2)

Montieren sie auf diese Weise alle horizontalen Streben.
 


     Abbildung 2.1                                                Abbildung 2.2

2c. Setzen sie die erste vertikale Strebe auf das Holzstück und schlagen sie die unterste Vertikalstrebe ein. (Abbildung 2.3)

Mit der anderen Seite verfahren sie ebenso. (Abbildung 2.4)


     Abbildung 2.3                                                Abbildung 2.4

2d. Schlagen sie die nächste Querstrebe ein. (Abbildung 2.5)
Verfahren sie so bis zur obersten Strebe. ACHTUNG: Messen sie bei unterschiedlicher Winkelzahl auf beiden Seiten die Höhe, da sich sonst die  Fertigungstoleranzen auf einer Seite summieren können. Kürzen sie in diesem Fall eine unkritische Strebe. (Abbildung 2.6)


     Abbildung 2.5                                                 Abbildung 2.6

 Montieren sie so alle Volierenelemente, Türen und Klappen. Zum einschlagen der obersten Strebe stellen sie das Element schräg.

3. Bohren der Verbindungsschraubenlöcher

3a. Zeichnen sie an jedem Seitenelement die Lage der seitlichen Verbindungsschraubenlöcher an und körnen sie sie vor. Messen sie dazu 6 cm von oben und unten an jedem Element und markieren sie dieses Maß mit einem Bleistift. Eine dritte Markierung machen sie genau in der Mitte jeder Seite. Jetzt nehmen sie die Mitte der Streben, also 10 mm und zeichnen an den Markierungen ein Kreuz. (Abbildung 3.1) Sie können entweder beide Seiten (längst und quer) anzeichnen und die nichtbenötigten Löcher mit Blindstopfen verschließen oder nur die zur Montage der Voliere benötigten Löcher bohren. Wenn sie allerdings gleich alle Seiten bohren  brauchen sie bei einem eventuellen Umbau der Voliere keine zusätzlichen Arbeiten vornehmen. Die Dachbefestigungslöcher markieren sie genauso jeweils 6 cm von links und rechts.


     Abbildung 3.1

3b. Schlagen sie jetzt an den Markierungskreuzen mit dem Körner Vertiefungen zur Führung des Bohrers ein.

3c. Bohren sie jetzt an den markierten Stellen mit dem 8 mm Bohrer durch das gesamte Alurohr. Jetzt können sie mit dem Senker die Bohrung von beiden Seiten entgraten.

3d. Schrauben sie die Rahmen zusammen. Stecken sie ein Stück der Kunststoffplatte oder des Gitters zwischen die Seitenteile. (Abbildung 3.2) Sie simulieren den späteren Abstand der Seitenteile durch das aufgenietete Gitter. Legen sie jetzt das Dachelement auf die Voliere und richten sie es aus. Bohren sie die Dachbefestigungslöcher durch die bereits bestehenden Bohrungen in den Seitenteilen.


     Abbildung 3.2

3e. Demontieren sie die Voliere wieder.

4. Bespannen mit Drahtgitter

Falls sie in der Tür ein Drehtablett einbauen wollen bohren sie bitte vor dem Bespannen die Achsenlöcher wie unter 7.b beschrieben.

4a. Rollen sie ein Stück des Drahtgeflechts von der Rolle das den Massen der Gitteröffnungen des ersten Elements entspricht und schneiden sie es mit der Drahtschere ab. ACHTUNG: Versuchen sie nicht den Drall des Gitters mit der Hand zurecht zu biegen.

4b. Legen sie den ersten Elementerahmen flach auf den Boden, mit der Aussenseite nach unten und achten sie darauf das die Unterseite nicht verkratzt wird. Legen sie das Gitter mit etwa 3-5 mm Abstand zur Oberkante und einer Seite auf das Element. (Abbildung 4.1) Bohren sie mit dem 5 mm Bohrer ein Loch in den Alurahmen, die Lage ergibt sich aus dem Gitterabstand. (Abbildung 4.2) Setzen sie die erste Niete. Überprüfen sie die Lage des Gitters und bohren sie das zweite Nietloch der oberen Strebe in etwa 15 - 20 cm Abstand. Überprüfen sie nach dem setzen der nächsten Niete nochmals die Lage, bohren sie jeweils ein Loch und  Nieten das Gitter sofort fest. ACHTUNG: Achten sie darauf das das Gitter gerade und gespannt auf dem Rahmen sitzt. Bohren sie keine Löcher im voraus.


    Abbildung 4.1


     Abbildung 4.2

Das Element müsste jetzt wie auf Abbildung 4.3 aussehen.


     Abbildung 4.3

4c. Lassen sie einen Helfer das Gitter spannen, bohren sie das erste Loch an der Längsseite und vernieten sie das Gitter. Genauso verfahren sie auf der anderen Seite. Gehen sie Niete für Niete in einem Abstand von 15 - 20 cm weiter bis sie an die Querstrebe kommen. ACHTUNG: Wenn sie eine Kunststoff - Schmutzschürze anbringen wollen vernieten sie das Gitter nicht an der Querstrebe.

4d. Schneiden sie überstehende Gitterteile mit der Drahtschere oder dem Winkelschleifer möglichst knapp an den Gitterquerstreben ab. Wenn unten an der Querstrebe die Maschenzahl des Gitters dieses nicht erlaubt schneiden sie es einfach etwas über der Unterkante der Querstrebe ab.
Das Element müsste jetzt wie auf Abbildung 4.4 aussehen.


     Abbildung 4.4

4e. Vernieten sie alle Elemente wie das Erste. Das Dachelement können sie schon komplett fertigstellen.

5. Schmutzschürze vernieten

5a. Sägen sie von den Kunststoff-Tafeln die für die Elemente passenden Stücke ab. Dazu benutzen sie am besten eine Stich- oder besser Tischkreissäge. Achten sie darauf das die gerade Aussenkante der Tafel am Volierenelement nach oben zeigt.

5b. Legen sie die Kunststoff-Teile auf die spätere Voliereninnenseite des entsprechende Elements und richten sie diese auf die Oberkante der Querstrebe aus. (Abbildung 5.1)


     Abbildung 5.1

5c. Bohren sie in einer oberen Ecke mit dem 5 mm Bohrer das erste Nietloch durch die Platte und den Rahmen. (Abbildung 5.2) Vernieten sie die Platte an diesem Punkt und überprüfen sie nochmal die Ausrichtung. Jetzt können sie die restlichen Nieten bohren und anbringen. (Abbildung 5.3) ACHTUNG: Bohren sie keine Löcher im voraus. Das Element müsste jetzt von der Vorderseite, also der Volierenaussenseite, wie Abbildung 5.4 aussehen.


       Abbildung 5.2


     Abbildung 5.3


     Abbildung 5.4

6. Beschläge anbringen

6a. Legen sie jetzt das Türelement flach auf den Boden und messen sie am Türausschnitt 10 cm von oben und unten. Dieses Maß bestimmt die Lage der Scharniere. (Abbildung 6.1) Legen sie die Scharniere mit der Ober- bzw. Unterkante auf die Markierung und zeichnen sie das erste Befestigungsloch auf den Rahmen an. Bohren sie jetzt mit dem 4 mm Bohrer das erste Loch und Nieten sie das Scharnier fest. Richten sie es aus und bohren sie die restlichen Löcher des Scharniers und vernieten sie es. (Abbildung 6.2)


     Abbildung 6.1                            Abbildung 6.2

6b. Legen sie jetzt die Tür in den Türausschnitt und achten darauf das der Abstand umlaufend gleich groß ist. (Abbildung 6.3) Stecken sie die Gegenstücke der Scharniere auf die Scharnierachsen und zeichnen sie das erste Befestigungsloch an der Tür an. Bohren sie das erste Loch und vernieten sie das Scharnier. Richten sie es aus und vernieten sie den Rest. (Abbildung 6.4) Die Ausflugtür und Kotklappe bringen sie genauso an.
 


     Abbildung 6.3                            Abbildung 6.4

6c.  Legen sie auf die äusseren Ecken der Tür die Verschlußriegel und zeichnen sie das erste Befestigungsloch an. (Abbildung 6.5) Bohren sie das Loch und vernieten sie den Riegel. Nach dem Ausrichten können sie die anderen Nieten setzen.

6d. Verschliessen sie den Riegel und stecken sie das Gegenstück auf die Achse. Zeichnen sie das erste Befestigungsloch an, bohren sie es und vernieten sie das Gegenstück. (Abbildung 6.6)
 


     Abbildung 6.5                                                  Abbildung 6.5
 

7. Futterdrehtablett

7a. Messen sie das Innenmaß der Futtertablettöffnung in der Tür und sägen sie ein Stück das 5 mm kürzer ist vom Aluminiumwinkel ab. Sägen sie ein zweites Stück das ca. 15 cm kürzer ist als das erste ab. Legen sie die Tür flach auf den Boden und stecken sie den langen Winkel in die Öffnung. Legen sie den kurzen Winkel entgegengesetzt in die Öffnung und zeichnen sie die Schnittkante der beiden Teile an. (Abbildung 7.1) Entnehmen sie die beiden Winkel und bohren sie durch das kürzere Teil vier 5 mm Löcher. (Abbildung 7.2) Legen sie jetzt beide Winkel wieder zusammen und richten sie sie nach der Markierung aus. Bohren sie das erste Loch durch den längeren Winkel und vernieten sie die beiden. Richten sie die Winkel nochmal aus und bohren und vernieten sie die anderen drei Löcher. (Abbildung 7.3)


     Abbildung 7.1                                     Abbildung 7.2                            Abbildung 7.3

7b. Bohren sie in die obere, langen Seite der Winkel mehrere Löcher mit 4 mm Durchmesser und im Abstand von ca. 15 cm und senken sie die Löcher zur Aufnahme das Schraubenkopfs an. (Abbildung 7.4) Bohren sie in der Mitte des Drehtablett - Türausschnitts die Bohrung für die Achse mit dem 5 mm Bohrer. ACHTUNG: Es muß unbedingt darauf geachtet werden das das Achsloch genau senkrecht durch beide Streben gebohrt wird. Das Bohren der Achslöcher muß vor dem bespannen der Tür geschehen da sonst nicht mehr gerade gebohrt werden kann.  Legen sie jetzt den vernieteten Winkel mit der offenen Seite nach innen in den Türausschnitt. Bohren sie jetzt das Achsloch auch durch die Winkel. (Abbildung 7.5)


     Abbildung 7.4                     Abbildung 7.5
 

Fortsetzung folgt